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ROTATE – Raumverarbeitung: Mentale Rotation

M. Sommer, C. Heidinger © SCHUHFRIED GmbH

ROTATE trainiert die Fähigkeit, sich ein zweidimensional dargestelltes Objekt dreidimensional vorzustellen und entweder durch Perspektivenwechsel oder Rotation zu verändern (Mentale Rotation).

Szene und Aufgabe

Im Trainingsprogramm ROTATE werden dem Klienten 3D-Objekte präsentiert, die mit Referenzbildern zu vergleichen sind. ROTATE bietet dabei abwechselnd zwei Aufgabenstellungen: 

  1. Bei den Aufgaben zum Perspektivenwechsel sehen die Klienten am rechten Bildschirmteil das Objekt umringt von Kameras. Die Klienten sollen herausfinden, mit welcher Kamera das Bild auf der linken Bildschirmseite aufgenommen wurde. 
  2. Die Rotationsaufgaben sind ähnlich aufgebaut. Die Klienten können hier symbolische Drehachsen („Drehstäbe“) einblenden, mit denen das Objekt im Raum gedreht werden kann. Die Klienten sollen herausfinden, mit welcher Achse das Objekt gedreht werden muss, damit das Referenzbild entstehen kann.

Theorie

Aktuelle theoretische Modelle zu diesem Fähigkeitsbereich nehmen vier Stadien der Lösung solcher Problemstellungen an (vgl. Just & Carpenter, 1985, Arendasy & Sommer, 2010): 

  • Suchstadium: Suche nach korrespondierenden Objektteilen
  • Enkodierungsstadium: Aufbau einer Vorstellung des zu rotierenden Objekts
  • Transformationsstadium: Transformation durch Rotation oder Perspektivenwechsel 
  • Konfirmationsstadium: Ist-Soll-Vergleich 

Studien zeigen, dass sich diese Fähigkeit durch ein übendes Training verbessern lässt, wobei Trainingsmaßnahmen, in denen verschiedene räumliche Strategien zugelassen und geübt werden, generell besser abschneiden (zusammenfassend: Handet al., 2007).

Schwierigkeitsstruktur

Über die verschiedenen Schwierigkeitsstufen hinweg wird die Schwierigkeit insbesondere über folgende Aufgabenmerkmale variiert:

  • Figurale Komplexität der Objekte
  • Rotationsrichtung und Rotationswinkel
  • Lagekomplexität des Objekts 
  • Komplexität des durch die Kameras/Drehstäbe nahegelegten Koordinatensystems

Im Trainingsprogramm werden dabei unterschiedliche natürliche Objektklassen (z.B. Comics, Gebäude, uvm.) verwendet. Auf diese Art soll der Aufbau einer stärker generalisierbaren kognitiven Fähigkeit und einer verbesserten Trainingsmotivation durch eine höhere Bandbreite an Übungsmaterial sichergestellt werden.

Hauptanwendungsgebiete

  • NEURO

Testart

  • Raumverarbeitung

Fähigkeit erfassen im WTS

Sprachen

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