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Zur Klärung psychologischer Phänomene (psychischer Eigenschaften eines Menschen) bedarf es mathematisch-statistischer Modelle des Messens, deren Richtigkeit empirisch belegt sein muss. Psychometrie ist die Lehre, die dies bewerkstelligt. Zuordnungen von Zahlenwerten zu Handlungen oder Eigenschaften von Personen, die nicht nachweislich empirisch gegebene Relationen abbilden, sind in der Psychologie nicht zu verantworten.

Genaueres siehe:
1. Kubinger, K.D. (2009). Psychologische Diagnostik – Theorie und Praxis psychologischen Diagnostizierens (2., überarb. u. erweiterte Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
2. Kubinger, K.D., Rasch, D. & Yanagida, T. (2011). Statistik in der Psychologie – vom Einführungskurs bis zur Dissertation. Göttingen: Hogrefe.


Kurzbiographie:
Univ.-Prof. Dr. Mag. Klaus D. Kubinger, Jahrgang 1949, Professor für Psychologische Diagnostik im Ruhestand, studierte Psychologie (Promotion 1973) und Statistik (Sponsion 1989) in Wien, wo er sich auch in Psychologie habilitierte (1985). Von 1985 bis 2012 war er Ausbildungsleiter im Prüfungsfach „Psychologische Diagnostik“ an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien; dort leitete er den Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik samt Test- und Beratungsstelle. Neben zahlreichen Fachzeitschriftenartikel und Buchbeiträgen sowie vielen Buchveröffentlichungen ist seine wichtigste Publikation: Adaptives Intelligenz Diagnostikum – Version 3.1 (2014; gem. m. S. Holocher-Ertl). Der aktuelle Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf Modellentwicklungen in der Item-Response-Theory (IRT) sowie auf eine globalisierte Intelligenztestung. Von 2000 bis 2006 war er Mitglied des Testkuratorium. 2007 erhielt er den Alfred-Binet-Preis der DGPs für „die Förderung der Qualität in der Psychologischen Diagnostik“, 2009 den Award der European Association of Psychological Assessement „for distinguished contributions to psychological assessment as a science in the years 2004-2008” und 2010 den Preis der DGPs „für das Lebenswerk auf dem Gebiet der computergestützten Psychologischen Diagnostik“; 2015 erfolgte seine „Ehrung in Anerkennung der Verdienste für die Fachgruppe Methoden und Evaluation der DGPs“.


Testkurzbeschreibung:
AHA, BACO, DSI, LAMBDA 2

Interview bezieht sich auf die Arbeitshaltungen (AHA):

  1. Kubinger & Ebenhöh: Kubinger, K.D. & Ebenhöh, J. (2002). Arbeitshaltungen - Kurze Testbatterie: Anspruchsniveau, Frustrationstoleranz, Leistungsmotivation, Impulsivität/Reflexivität – Version 26.00. Test: Software und Manual (Verf. dieses Manuals: T. Karner & M. Sommer). Mödling: Wiener Testsystem/ Schuhfried.
  2. Kubinger, K.D. & Ebenhöh, J. (1996). Arbeitshaltungen - Kurze Testbatterie: Anspruchsniveau, Frustrationstoleranz, Leistungsmotivation, Impulsivität/Reflexivität. Test: Software und Manual. Frankfurt: Swets.

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Es ging darum, eine zeitgemäße, d.h. computerisierte Weiterentwicklung sog. Objektiver Persönlichkeitstests sensu R.B. Cattell (später: „Experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik“, Kubinger, 2006*)) umzusetzen. In einer langen Reihen entsprechender Entwicklungen der „Wiener Gruppe um Kubinger“ stellen die Arbeitshaltungen das erste und am häufigsten eingesetzte Verfahren dar. „Die experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik als eine (psychologische) ,Technologie‘ bezieht sich auf Verfahren, die aus dem beobachtbaren Verhalten bei experimentell variierten Leistungsanforderungen persönliche Stilmerkmale erschließen, wobei die Registrierung der Art und Weise der Problembearbeitung der Computer übernimmt.“ (Kubinger, 2006, S. 50).

*) Kubinger, K.D. (2006). Ein Update der Definition von Objektiven Persönlichkeitstests: Experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik. In T.M. Ortner, R. Proyer & K.D. Kubinger (Hrsg.). Theorie und Praxis Objektiver Persönlichkeitstests (S. 38-52). Bern: Huber.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Trotz vielfacher Validerungsansätze mit positiven Resultaten, stellt sich letztlich für alle Verfahren der experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik das Problem der fraglichen Generalisierbarkeit der Testergebnisse: Inwieweit ist das jeweils gewählte Szenario (die gewählte inhaltlich Situation, in der sich eine Testperson verhaltensmäßig bewähren soll) repräsentativ?

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Für alle Fragen der Persönlichkeitsdiagnostik, wenn eine Alternative zu den allgemein sehr leicht verfälschbaren Persönlichkeitsfragebogen gesucht ist, also insbesondere in der Personalauswahl.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Ein neues Genre der Persönlichkeitsdiagnostik, das Unverfälschbarkeit weitgehend gewährleistet.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Adaptives Testen.

Weiterführende Informationen auf der Website des Autors: http://www.klaus-kubinger.com/ oder auch den Eintrag "Klaus Kubinger" in Wikipedia, Deutsch, bzw. "Klaus Kubinger" in Wikipedia, English.