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Testautoren bei SCHUHFRIED

Erfahren Sie mehr über die Testentwicklung

Mehr als 100 Autoren haben bereits gemeinsam mit SCHUHFRIED Tests entwickelt. Wir sind sehr stolz auf unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit einigen der renommiertesten Forschern in der psychologischen Diagnostik.
Einige Testautoren waren so freundlich und haben sich für ein kurzes Interview zur Verfügung gestellt und interessante Einblicke gewährt. Lernen Sie die Menschen hinter den Tests kennen und lassen Sie sich von ihren Antwort inspirieren.

Kurzbiographie:

Martin Arendasy ist Universitätsprofessor für Psychologische Diagnostik & Methodik an der Karl-Franzens-Universität Graz.

03/1998: Mag.rer.nat. (Psychologie: Schwerpunkte Differentielle Psychologie, Angewandte Psychologie); 1999-2001: Abteilungsleiter (Angewandte Psychometrie) Fa. Manpower-Austria; 05/2000: Dr.phil. (Psychologie, Schwerpunkt Angewandte Psychometrie); 04/2004: Habilitation (Gesamtfach Psychologie, Wien); 06/2007: Erteilung eines Patents für Automatische Itemgenerierung; 02/2009: Antritt der Universitätsprofessur für Psychologische Methodik & computergestützte Modellierung, Graz; 09/2011: Preis der DGPs für Computergestützte Psychologische Diagnostik; 09/2013: Antritt der Universitätsprofessur für Psychologische Diagnostik & Methodik, Graz. Seit 2009 beratende Tätigkeit (Psychologische Diagnostik, Methodenlehre) in diversen facheinschlägigen Gremien; seit 2012 Leitung der Expertengruppe MedAT (Aufnahmeverfahren für die Diplomstudien Humanmedizin & Zahnmedizin an den öffentlich-rechtlichen Medizinischen Universitäten in Österreich); seit 2015 Leitung der Testentwicklung für das Talentcenter der Wirtschaftskammer Steiermark.

Testkurzbeschreibungen:
INSBAT, INSSV-R, BFSI


Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Kognitive Fähigkeiten und spezifische Persönlichkeitsfacetten zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren in unterschiedlichen Ausbildungsrichtungen und Berufen. In der Praxis sind die diagnostischen Entscheidungen oft mit weitreichenden Konsequenzen verbunden. Daher war es uns ein zentrales Anliegen, dass die Testverfahren nicht nur praktisch relevant und zuverlässig sind, sondern auch fair und niemanden benachteiligen.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, dem ständig wachsenden Bedarf an Aufgaben mit hoher psychometrischer Qualität gerecht zu werden. Durch die zunehmende Verbreitung von Testwiederholungen und Coachings zur Testvorbereitung in der Personalauswahl und im Pädagogischen Bereich nutzen sich die Testaufgaben im Allgemeinen relativ rasch ab. Auch die zunehmende Multikulturalität unserer Gesellschaft stellt die Diagnostik vor neuen Herausforderungen. Es wird daher zunehmend wichtiger, Testverfahren in verschiedenen Sprachen simultan zu entwickeln, deren Ergebnisse direkt miteinander fair und valide vergleichbar sind. Mit Hilfe des von uns entwickelten Min-Max Ansatzes der Automatischen Aufgabenkonstruktion gelang es uns jedoch, einen Ansatz zu finden, um diese Herausforderungen meistern zu können.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
BFSI und INSBAT sind relativ breit anwendbar. Im Zentrum des Interesses standen die Personalauswahl und –entwicklung, die Auswahl von Auszubildenden und Studierenden, sowie die Berufs- und Karriereberatung im zivilen und militärischen Bereich.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
INSBAT und BFSI sind theoriegeleitet konstruiert und modular aufgebaut, sodass sie sich optimal an die jeweilige diagnostische Fragestellung anpassen lassen. Sie sind zudem auch nachweislich fair und valide. Darüber hinaus bietet INSBAT durch die adaptive Vorgabe der Aufgaben auch ein hohes Maß an Testsicherheit. Das Bedürfnis der BewerberInnen nach Testwiederholungsmöglichkeiten, sowie Informationen und Übungsmöglichkeiten zu dem Auswahlverfahren lässt sich daher mit dem Anspruch an eine hohe psychometrische Qualität der Auswahlverfahren problemlos verbinden. Praxis und psychometrische Qualität sind kein Widerspruch, sondern vielmehr eine Herausforderung, der wir uns auch weiterhin stellen wollen. Ich denke, dass wir mit der Fa. Schuhfried hierfür den richtigen Partner gewählt haben.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Aktuell sind wir gerade dabei, INSBAT weiter zu entwickeln. Neben neuen praxisrelevanten Subtests zu sprachlichen und räumlichen Fähigkeiten wurden für INSBAT-II auch die Aufgabensammlungen der bereits etablierten Subtests deutlich erweitert. Dies erlaubt uns, noch stärker als bisher im diagnostisch relevanten unteren und oberen Fähigkeitsbereich differenzierter zu messen. Ergänzend soll es zukünftig auch separate Aufgabensammlungen (exklusive Itempools) für eine Online-Fassung, sowie kundenspezifische Aufgabensammlungen geben. Abgerundet werden diese Entwicklungen durch einen neuen Algorithmus zur Aufgabenauswahl. Hier versuchen wir eine Balance zwischen Zumutbarkeit und Akzeptanz auf der einen Seite und psychometrischer Qualität und Testsicherheit auf der anderen Seite zu finden. Diese neuen Entwicklungen basieren auf laufenden Kundenrückmeldungen aus der Praxis und werden durch eigene Forschungsarbeiten der Abteilung für Psychologische Diagnostik und Methodik der Universität Graz flankiert.

Für BFSI soll es in Zukunft ebenfalls neue Testformen geben, mit deren Hilfe das Problem der absichtlichen Verfälschung minimiert wird. Studien hierzu befinden sich bereits in Arbeit.

Die Autoren der INSBAT und des BFSI sehen ihre Testverfahren als lebendige Messinstrumente an, die kontinuierlich praxis- und forschungsgeleitet optimiert werden, um den praktischen Anforderungen des diagnostischen Alltags zunehmend besser zu entsprechen.


Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website der Karl-Franzens-Universität Graz.

Kurzbiographie:
Herr Dr. Aschenbrenner ist Klinischer Neuropsychologe (GNP, LPK) und Psychologischer Psychotherapeut. In seiner Funktion als Leitender Psychologe am Klinikum Karlsbad Langensteinbach ist er für die Sektion für Klinische Psychologie und Neuropsychologie, im Zentrum für Multimodale Schmerztherapie, im Fahreignungszentrum, der Sektion Psychotraumatologie und der Gutachtenambulanz in Führungsaufgaben eingebunden. Er besitzt zudem eine eigene Praxis für Neuropsychologie, Verkehrspsychologie und Verhaltenstherapie in Heidelberg und Karlsbad- Langensteinbach. Er ist Weiterbildungsbefugter für Klinische Neuropsychologie und Ausbildungsleiter der Süd-West-Akademie für Neuropsychologie, Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind ADHS im Erwachsenalter, Fahreignung bei psychischen Störungen und die neuropsychologische Therapie bei psychischen Störungen.

Testkurzbeschreibungen:
CFADHD, CFSD, COGBAT, 5POINT, FGT, FLEIINHIB, SWITCH, TMT-L, TOL-F

Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
In der Regel dauert es Jahrzehnte bis wissenschaftliche Erkenntnisse in der klinischen Routine flächendeckend umgesetzt werden. Uns ging es daher vor allem um die raschere Etablierung bewährter experimenteller Paradigmen in die klinische Untersuchungspraxis. Hier haben wir mit Schuhfried einen geeigneten Partner gefunden.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Häufig ergaben sich Zielkonflikte zwischen wissenschaftlichen Standards und den Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit und Zeitökonomie, die zu lösen waren.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Die Testverfahren sind für Patienten mit neurologischen Hirnschädigungen und Patienten mit psychischen Störungen entwickelt worden. Einzelne Verfahren eigenen sich jedoch auch für die Bestimmung des Leistungsniveaus in anderen Kontexten, wie z.B.: im Bereich Human Ressources.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Uns interessierte vor allem die Umsetzung von Diagnostikverfahren mit einem weiten Anwendungsspektrum und weniger die Erfassung von Randbereichen. Unsere Verfahren sind demnach für ein großes Anwenderspektrum von Interesse. Wichtig war uns, dass die Verfahren von hochspezialisierten Fachkräften ebenso wie von eher neuropsychologisch unerfahreneren Anwendern durchgeführt und interpretiert werden können.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Meiner Ansicht nach wird es große Herausforderungen geben im Bereich der Verfahrensentwicklung für Probanden für ältere leistungsstarke Probanden. Auch sehe ich Handlungsbedarf bei der Entwicklung von Diagnostikverfahren, die Probanden mit Migrationshintergrund nicht benachteiligen. Eine Chance sehe in einer computergestützten Diagnostik, die die tatsächlichen Lebenswelten der Probanden in den diagnostischen Prozess virtuell integriert.


Weiterführende Informationen auf der Website des Autors: www.steffenaschenbrenner.de
oder für spezifische Informationen zu:

Kurzbiographie:
Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Funke, geboren 1953, hat an den Universitäten Düsseldorf, Basel und Trier studiert. Promotion 1984 Uni Trier, Habilitation 1990 Uni Bonn. Er leitet seit April 1997 die Arbeitseinheit Allgemeine und Theoretische Psychologie am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. 2008/2009 war er Marsilius-Fellow. Schwerpunkte seiner Forschung sind Denken, Problemlösen und Kreativität. Von 2009 bis 2014 war er Chairman der Internationalen Expertengruppe zum Thema „Problem Solving“ für die weltweiten PISA-Studien der OECD.

Testkurzbeschreibung:
PAD

Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Daniel Holt (mein Ko-Autor von PLAND) und ich wollten einen leicht zu bedienenden Test höherer kognitiver Funktionen, der sowohl für diagnostische als auch für Trainingszwecke geeignet ist. Dabei sollte neben der Erfüllung psychometrischer Kriterien auch die Alltagsnähe gegeben sein.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Herausfordernd war zum einen die Herstellung einer breiten Palette unterschiedlich schwieriger Anforderungen, zum anderen die Ableitung geeigneter Indikatoren für Planungskompetenz. Beide Herausforderungen haben wir nach unserer Meinung gut bewältigt.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Zielgruppe sind Patienten in der Reha-Phase, bei denen höhere kognitive Funktionen schon wieder weitgehend hergestellt sind. Problemlösendes Planen zählt meist zu den besonders schwierigen Anforderungen.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Es wird eine integrierte Planung mehrerer Aufgaben verlangt, die eine Befolgung räumlicher und zeitlicher Randbedingungen gleichermaßen vorsieht („planning under constraints“).

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Adaptive Testverfahren finde ich reizvoll, die nah an den Fähigkeiten der Testanden liegen und damit optimale Herausforderungen darstellen. Die Verknüpfung von Diagnostik und Training sollte verstärkt werden.

Weiterführende Informationen auf der Website des Autors: https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/mitarb/jf/

Ein vorrangiges Ziel unserer Arbeit ist es, computer-basierte Testformate mit etablierten Methoden der Skalierung und Psychometrie so zu vereinen, dass neue und innovative Testformate entstehen, die einerseits wissenschaftlich validiert und andererseits für die praktische Anwendung mit hohem Nutzen verbunden sind.

Kurzbiographie:
Samuel Greiff studierte Psychologie zunächst in Marburg (2000-2003) und anschließend in Bergen (Norwegen; 2004) und Heidelberg (2003-2006). 2010 promovierte er zum Thema „Individualdiagnostik der Problemlösefähigkeit“ in Heidelberg. Seit 2012 lehrt und forscht er als ATTRACT fellow und seit 2015 als Associate Professor an der Universität Luxemburg. In seiner Forschergruppe „Computer-Based Assessment“ werden neben individueller Problemlösefähigkeit auch andere „21st Century Skills“ wie Kreativität, Kollaboratives Problemlösen oder Global Competencies beforscht. Neben der forschenden Tätigkeit unterhält die Gruppe enge Kooperationen mit internationalen Large-Scale-Studien wie PISA oder PIAAC.

Test Kurzbeschreibung:
COMPRO

Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Die Zielsetzung bei der Entwicklung von COMPRO war es, ein als individuelles Merkmal hochinteressantes und relevantes Fähigkeitskonstrukt, Komplexes Problemlösen, in einem Testverfahren für die individuelle Diagnostik erfassbar zu machen.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Einerseits die kognitionspsychologische Definition von Komplexem Problemlösen in den Aufgaben von COMPRO abzudecken und andererseits zeitgleich die psychometrische Qualität und die Skalierbarkeit der Aufgaben zu gewährleisten – sozusagen den Spagat zwischen inhaltlicher Breite und Standardisierung zu meistern.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
COMPRO ist zunächst einmal auf Jugendliche und Erwachsene ausgerichtet und insbesondere geeignet für die Diagnostik von Personen, die in ihren Berufen strategisch denken und zielgerichtet handeln müssen.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
COMPRO beinhaltet, in Abgrenzung zu vielen anderen Testverfahren, ein Itemformat, das ausschließlich computer-basiert vorgegeben werden kann und in dem die Interaktion zwischen der Person und der vorgegebenen Problemsituation im Vordergrund steht.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Persönlich interessiert mich in meiner forschenden Tätigkeit wie wir Prozess- und Verhaltensdaten nutzbar machen können in einer Form, dass sie uns wichtige Erkenntnisse über die Gesamtperformanz hinaus vermitteln. Erste Aspekte hiervon sind in COMPRO bereits verwirklicht.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website der Université du Luxembourg oder auf dem Facebook Profil.

Testen und trainieren ist wechselseitig aufeinander bezogen, insbesondere wenn es um Optimierung geht. Bei der Testauswahl bzw. -konfiguration geht es darum, allg. interventions- und spez. trainingsrelevante Daten und Informationen zu generieren. Beim Training geht es darum, die Auswirkungen und den Erfolg prozessual und resultativ zu evaluieren und zu kontrollieren. Deshalb ist das Mentale Test- und Trainings-System (MTTS), wie ich es auf handlungstheoretischer Grundlage konzipiert habe und wie es mit Beiträgen von Mitarbeitern und internationalen Kooperationspartnern entwickelt und gemeinsam mit der Fa. Schuhfried realisiert wird, ein Verbund von diagnostischen als auch Interventionsinstrumenten.

Kurzbiographie:
Prof. Dr. Dieter Hackfort hat seinen Lehrstuhl für Sportpsychologie am Department für Sportwissenschaft in der Fakultät für Humanwissenschaften der Uni Bw München. Für seine Arbeiten, die in 28 Büchern und mehr als 170 Zeitschriftenbeiträgen dokumentiert sind, wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wissenschaftspreis des Deutschen Sportbundes, dem Honor Award der ISSP (Internationale Gesellschaft für Sportpsychologie) und einer Ehrenprofessur an der Universität in Wuhan (China). Er war von 1989 bis 1993 Vorsitzender der deutschen Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp), von 2005 bis 2009 Präsident der ISSP und 12 Jahre Editor-in-Chief des International Journal of Sport and Exercise Psychology. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit hat er sich in der Beratung und Betreuung von Profisportlern, u.a. in der Formel 1 und der DTM, sowie von Olympiaathleten in verschiedenen Sportarten engagiert.

Testkurzbeschreibung:
MDT

Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Grundsätzlich ein Instrument für das Testen und Trainieren einer für verschiedene Handlungsbereiche und Tätigkeiten relevanten Dimension zu entwickeln. Speziell den Prozess des (kognitiven) Entscheidens und (motorischen) Reagierens differenziert zu operationalisieren, um differentielle Ansatzpunkte für das Training identifizieren zu können. Wesentlich war es, dies im Hinblick auf Bewegung anzulegen.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Das Design der Testaufgabe und den Testablauf so zu gestalten, dass sowohl die Umsetzung der Testkonzeption als auch die Grundlage für die Dateninterpretation als angemessen beurteilt werden können.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Zunächst für Sportler im Nachwuchs- und Spitzenbereich, dann aber auch für Personen, denen die Identifikation von Störungen oder Schwächen in dem Bereich und die Applikation spez. Trainings helfen können.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Die auf Bewegung hin angelegte Testaufgabe und die differenzierte Erfassung der Leistungsparameter.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Die Variation von Testaufgaben (von im Prinzip vorliegenden Tests) zur Entwicklung bzw. Spezifizierung des Handlungsbezugs und der ökologischen Validität in Verbindung mit dem Ausbau von Testinstrumenten bzw. -konfigurationen zu Trainingsinstrumenten bzw. Trainingskonfigurationen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.unibw.de/hum/dfs/personen/prof/dieterhackfort

“When we care about something, we measure it. Often the things we care the most about (for example the ability to think critically) are the most difficult to measure and validate, but the instruments we develop are also the most important assessments for the good of society—they help individuals make personal decisions, employers make the best hires, and educators know how to help individuals succeed. All measurement is imperfect, but solid psychometric practices yield the fairest and least biased assessments.”

Short biography:
Diane F. Halpern is a past-president of the American Psychological Association, the largest psychological association in the world with over 150,000 members and affiliates in 80 countries. Diane is also a past-president for the Western Psychological Association and the Society for the Teaching of Psychology. Diane has published hundreds of articles and many books including, Thought and Knowledge: An Introduction to Critical Thinking (5th Ed.); Sex Differences in Cognitive Abilities (4th ed.), and Women at the Top: Powerful Leaders Tell Us How to Combine Work and Family (co-authored with Fanny Cheung).
Diane has won many awards for her teaching and research, including the Outstanding Professor Award from the Western Psychological Association, the American Psychological Foundation Award for Distinguished Teaching, the Distinguished Career Award for Contributions to Education given by the American Psychological Association, the California State University’s State-Wide Outstanding Professor Award. Diane is the author of the Halpern Critical Thinking Assessment (Schuhfried Publishers) that uses multiple response formats, which allow test takers to demonstrate their ability to think about everyday topics using both constructed response and recognition formats.

Test short describtion:
HCTA

Interview:

What was the objective in development of the tests?
I have written about and taught university classes in critical thinking for several decades, but there was no psychometrically-sound validated assessment that could provide information on the multiple dimensions of critical thinking. The HCTA was developed so that critical thinking could be assessed using everyday scenarios that were familiar across cultures.

What was the biggest challenge in the development of your tests?
The biggest challenge was the validation of the HCTA. Construct validity was fairly easy, but what is the appropriate criterion for predictive validity? After decades of work, there are now several studies that show that the HCTA predicts real-world outcomes and is a stronger predictor than alternative measures such as IQ scores.

Who should use the tests which have been developed?
The HCTA was designed to be broadly applicable. It is widely used in education, business and the military.

What are the characteristics of the tests?
The HCTA is the only test of critical thinking (and one of few tests in any area) that uses multiple response formants (multiple choice and constructed response). The constructed response assesses how test takers respond to open-ended questions that are common in the real world. The multiple choice format assesses whether test-takers can recognize a correct (or best) answer when it is presented to them. Cognitive psychologists know that recall and recognition can show different properties and both are important components in understanding how people think about complex everyday issues.

What opportunities for development of tests do you see in the future or which are you particularly interested?
Thanks to emerging technologies, it is now possible to collect data from large international samples very quickly and cheaply. The use of international standardization pools could change the way we norm instruments in the near future.

 

"Mir ist es ein Anliegen, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu transferieren, Fragestellungen aus der Praxis wissenschaftlich zu bearbeiten und den Dialog zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einerseits sowie Praktikerinnen und Praktikern andererseits zu fördern."

Kurzbiographie:
Prof. Dr. Martin Kersting ist Diplom-Psychologe und war als Berater über zehn Jahre für die Deutsche Gesellschaft für Personalwesen und für Kienbaum Consultants tätig. Acht Jahre lang arbeitete Martin Kersting, der Mitglied des Arbeitskreises Assessment-Center, der DIN-Kommission (DIN 33430 zur Personalauswahl) sowie Vorsitzender des Diagnostik- und Testkuratoriums ist, an der RWTH Aachen. Von 2008 bis 2011 leitete er am Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung in Münster den Bereich „Führung und Steuerung“. Seit 2011 ist Martin Kersting Professor für Psychologische Diagnostik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Martin Kersting ist (Mit-)Autor verschiedener Tests zu kognitiven Kompetenzen und "soft skills" sowie von über 100 Publikationen und über 200 Vorträgen zu wirtschafts- und personalpsychologischen Themen. Martin Kersting zählt zu den „führenden Köpfen des Personalwesens“ (Personalmagazin, 2015) sowie zu den „Professoren des Jahres“ (bundesweiter Wettbewerb, Unicum 2015).

Testkurzbeschreibung:

SMART

Interview:

Ein Live-Interview mit Prof. Dr. Kersting zu diesem Thema finden Sie unter Videos.

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Mein Ziel war es, einen Test zur Erfassung der kognitiven Kompetenz zu entwickeln. Die kognitive Kompetenz ist der wichtigste Erfolgsfaktor für Schule, Ausbildung und Beruf. Es gibt viele Tests zur kognitiven Kompetenz, aber die meisten sind abstrakt und wenig augenscheinvalide. Solche Tests werden von den Anwender(inne)n und Teilnehmer(inne)n häufig nicht akzeptiert. Das Ziel war es, einen Test zur kognitiven Kompetenz zu entwickeln, der valide und akzeptabel ist.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Die größte Herausforderung war es, die Aufgaben des Tests möglichst realitätsnah zu gestalten und dennoch den hohen Anforderungen an eine psychometrische Messung gerecht zu werden. So dürfen die Teilnehmer(inne)n beispielsweise einen Taschenrechner nutzen – und dennoch haben die Aufgaben die notwendige Schwierigkeit.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Ein besonderer Bedarf für den Test besteht in der Personalauswahl, insbesondere dann, wenn sich auch „gestandene“ Personen bewerben, die einen klassischen Eignungstest vielleicht nicht akzeptieren. Letztlich kann der Test aber bei allen Personen ab 16 Jahren genutzt werden, bei denen man die allgemeine kognitive Kompetenz mit hoher Akzeptanz testen möchte.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Der SMART bezieht sich auf ein konkretes (fiktives) Unternehmen. Alle Aufgaben sind durch eine übergeordnete „Geschichte“, einem so genannten Overarching Scenario, miteinander verbunden. Wie in einer Fallstudie leiten sich die Aufgaben aus verschiedenen Ereignissen im Unternehmen „inversagi“, einem Elektronikversandhandel, ab. Es gibt realistische Tabellen, Graphiken und Zeitungstexte. Den Teilnehmer(inne)n steht ein Taschenrechner zur Verfügung, bei einer Planungsaufgabe nutzen die Teilnehmer(innen) ein E-Mail Programm usw.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Spannend fände ich es, den Test noch weiter zu „individualisieren“. So könnte das Overarching Scenario etwa auf das konkrete Unternehmen abgestimmt werden, das den SMART zur Personalauswahl einsetzt. Die „Rolle“ des Teilnehmers könnte seiner Biographie entsprechen (Praktikant(in) versus CEO). 


Weiterführende Informationen auf der Website des Autors: http://kersting-internet.de

Zur Klärung psychologischer Phänomene (psychischer Eigenschaften eines Menschen) bedarf es mathematisch-statistischer Modelle des Messens, deren Richtigkeit empirisch belegt sein muss. Psychometrie ist die Lehre, die dies bewerkstelligt. Zuordnungen von Zahlenwerten zu Handlungen oder Eigenschaften von Personen, die nicht nachweislich empirisch gegebene Relationen abbilden, sind in der Psychologie nicht zu verantworten.

Genaueres siehe:
1. Kubinger, K.D. (2009). Psychologische Diagnostik – Theorie und Praxis psychologischen Diagnostizierens (2., überarb. u. erweiterte Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
2. Kubinger, K.D., Rasch, D. & Yanagida, T. (2011). Statistik in der Psychologie – vom Einführungskurs bis zur Dissertation. Göttingen: Hogrefe.


Kurzbiographie:
Univ.-Prof. Dr. Mag. Klaus D. Kubinger, Jahrgang 1949, Professor für Psychologische Diagnostik im Ruhestand, studierte Psychologie (Promotion 1973) und Statistik (Sponsion 1989) in Wien, wo er sich auch in Psychologie habilitierte (1985). Von 1985 bis 2012 war er Ausbildungsleiter im Prüfungsfach „Psychologische Diagnostik“ an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien; dort leitete er den Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik samt Test- und Beratungsstelle. Neben zahlreichen Fachzeitschriftenartikel und Buchbeiträgen sowie vielen Buchveröffentlichungen ist seine wichtigste Publikation: Adaptives Intelligenz Diagnostikum – Version 3.1 (2014; gem. m. S. Holocher-Ertl). Der aktuelle Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf Modellentwicklungen in der Item-Response-Theory (IRT) sowie auf eine globalisierte Intelligenztestung. Von 2000 bis 2006 war er Mitglied des Testkuratorium. 2007 erhielt er den Alfred-Binet-Preis der DGPs für „die Förderung der Qualität in der Psychologischen Diagnostik“, 2009 den Award der European Association of Psychological Assessement „for distinguished contributions to psychological assessment as a science in the years 2004-2008” und 2010 den Preis der DGPs „für das Lebenswerk auf dem Gebiet der computergestützten Psychologischen Diagnostik“; 2015 erfolgte seine „Ehrung in Anerkennung der Verdienste für die Fachgruppe Methoden und Evaluation der DGPs“.


Testkurzbeschreibung:
AHA, BACO, DSI, LAMBDA 2

Interview bezieht sich auf die Arbeitshaltungen (AHA):

  1. Kubinger & Ebenhöh: Kubinger, K.D. & Ebenhöh, J. (2002). Arbeitshaltungen - Kurze Testbatterie: Anspruchsniveau, Frustrationstoleranz, Leistungsmotivation, Impulsivität/Reflexivität – Version 26.00. Test: Software und Manual (Verf. dieses Manuals: T. Karner & M. Sommer). Mödling: Wiener Testsystem/ Schuhfried.
  2. Kubinger, K.D. & Ebenhöh, J. (1996). Arbeitshaltungen - Kurze Testbatterie: Anspruchsniveau, Frustrationstoleranz, Leistungsmotivation, Impulsivität/Reflexivität. Test: Software und Manual. Frankfurt: Swets.

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Es ging darum, eine zeitgemäße, d.h. computerisierte Weiterentwicklung sog. Objektiver Persönlichkeitstests sensu R.B. Cattell (später: „Experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik“, Kubinger, 2006*)) umzusetzen. In einer langen Reihen entsprechender Entwicklungen der „Wiener Gruppe um Kubinger“ stellen die Arbeitshaltungen das erste und am häufigsten eingesetzte Verfahren dar. „Die experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik als eine (psychologische) ,Technologie‘ bezieht sich auf Verfahren, die aus dem beobachtbaren Verhalten bei experimentell variierten Leistungsanforderungen persönliche Stilmerkmale erschließen, wobei die Registrierung der Art und Weise der Problembearbeitung der Computer übernimmt.“ (Kubinger, 2006, S. 50).

*) Kubinger, K.D. (2006). Ein Update der Definition von Objektiven Persönlichkeitstests: Experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik. In T.M. Ortner, R. Proyer & K.D. Kubinger (Hrsg.). Theorie und Praxis Objektiver Persönlichkeitstests (S. 38-52). Bern: Huber.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Trotz vielfacher Validerungsansätze mit positiven Resultaten, stellt sich letztlich für alle Verfahren der experimentalpsychologische Verhaltensdiagnostik das Problem der fraglichen Generalisierbarkeit der Testergebnisse: Inwieweit ist das jeweils gewählte Szenario (die gewählte inhaltlich Situation, in der sich eine Testperson verhaltensmäßig bewähren soll) repräsentativ?

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Für alle Fragen der Persönlichkeitsdiagnostik, wenn eine Alternative zu den allgemein sehr leicht verfälschbaren Persönlichkeitsfragebogen gesucht ist, also insbesondere in der Personalauswahl.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Ein neues Genre der Persönlichkeitsdiagnostik, das Unverfälschbarkeit weitgehend gewährleistet.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Adaptives Testen.

Weiterführende Informationen auf der Website des Autors: http://www.klaus-kubinger.com/ oder auch den Eintrag "Klaus Kubinger" in Wikipedia, Deutsch, bzw. "Klaus Kubinger" in Wikipedia, English.

Short biography:
John Carlyle Raven was born in London on 28 June 1902.
His main interests were in topics that many would today regard as peripheral, such as the psychology of religion, particularly its spiritual/parapsychological components. Nevertheless, his detailed notes on his undergraduate laboratory work are remarkable.
As an undergraduate, he became friendly with Charles Spearman and shortly after graduation, this relationship led to an introduction to Lionel Penrose who needed an assistant. Around this time, he met his wife (Mary Elizabeth Wild) who became a crucial assistant throughout his life.
Penrose was a geneticist conducting an investigation of the genetic and environmental origins of mental deficiency. This involved administering the Stanfort-Binet Intelligence Scales tests to all parents and siblings of children identified as mentally deficient by the school system in East Anglia.

Raven found the tests cumbersome to administer in homes, schools, and workplaces (where, as he commented, there were friends and parents anxious to assist, no separate facilities for testing, and often a great deal of noise) and the results impossible to interpret because so many different things were composited together.
Accordingly, he set about developing tests of the two components of g identified by Spearman – namely eductive (meaning making) and reproductive ability. The former was measured by the Raven's Progressive Matrices (RPM) tests and the latter by a vocabulary test which later became known as the Mill Hill Vocabulary Test (MHV). The development of the RPM is described in his Master’s dissertation. Significantly, this does not mainly consist of the kind of literature review one would normally expect but a specification of the operational criteria to be met by the, as yet non-existent, test. He and his wife, with the support of a grant from the Darwin Trust, then set about developing a test to meet these requirements.

It would appear that Raven was one of the very few people (another was Louis Guttman) who appreciated the importance of developing tests which yielded something approaching an interval scale (although that term was not the stated objective of either author). Among other things, this meant that the sequence of item difficulties must be the same for persons of all levels of ability. In order to demonstrate this … and identify those items which needed to be modified or rejected … Raven plotted what have since become known in Item Response Theory terminology as Item Characteristic Curves. (When Georg Rasch appeared on the scene in the late 1950s and developed a mathematical model for doing this he tested it on the RPM and was satisfied when it worked!)

The SPM came into its own with the advent of the Second World War. High levels of illiteracy and huge numbers to be tested rendered the use of most other tests unfeasible. The absence of any dependence on language facilitated the diffusion of the tests into military systems throughout the world. (One sees the same requirement for language independence in such places as the mines of South Africa today. Again, there are many prospective entrants speaking many languages – all differing from that of the test administrator.)

Test short descriptions:
APM, CPM, SPM, SPMPLS


More Information:

Another website, www.eyeonsociety.co.uk, is devoted to exploring ways of taking the work Forward. A complete list of his publications can be found here and for more general information feel free to visit Wikipedia.

Kurzbiographie:

Geb. 1948 in Aachen, Studium der Psychologie an der RWTH Aachen, 1983 Promotion zum Dr. rer. nat. an der Universität Trier, 1995 Habilitation für das Fach "Neuropsychologie" an der Medizinischen Fakul­tät der RWTH Aachen, 1995 Leiter der Abteilung Klinische Neuropsychologie, Neurologische Kli­nik, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 2000 Ernennung zum apl. Professor, 2001 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP), 2001 Leiter der Leitlinienkommission der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP), 2007 Sprecher der gemeinsamen Leitlinienkommission DGN/GNP für Leitlinien neuropsychologische Diagnostik und Therapie.
Forschungsschwerpunkte: Grundlagen- und Therapieforschung zu Aufmerksamkeitsfunktionen, funktionelle Bildgebung zu Aufmerksamkeits- und Gedächtnisfunktionen.

Testkurzbeschreibungen:
CVLT, NVLT, VLT, WAF

Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Entwicklung theoriekonformer Diagnostikinstrumente, die auch bei Patienten mit sensorischen und motorischen Defiziten anwendbar sind.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Erstellung von Paradigmen, welche die Funktionsbereiche zuverlässig und valide erfassen und gleichzeitig minimale Anforderungen an Sensorik und Motorik stellen.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Gesunde Probanden und Patienten mit Hirnfunktionsstörungen.

Was sind die Besonderheiten an den Tests?
Sie erfassen mit wenigen Grundparametern und geringen Anforderungen an Sensorik und Motorik das gesamte Spektrum von Aufmerksamkeitsfunktionen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Erweiterung des Instrumentariums zur Erfassung sensorischer, kognitiven Funktionen vorgeschalteter aber deren Erfassung beeinflussender Defizite.

Kurzbiographie:

Matthias Ziegler ist seit 2012 Professor für Psychologische Diagnostik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach dem Studium der Psychologie an der Philipps-Universität in Marburg, promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München im Bereich der Psychologischen Methodenlehre und Evaluation. Einer post-doc Phase folgte der Ruf auf eine Juniorprofessur für Psychologische Diagnostik an die Humboldt-Universität zu Berlin. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit den Themen Persönlichkeit, Situationen und Intelligenz. Dabei fokussiert er zum einen auf die Strukturen und Messung dieser Konstrukte und zum anderen auf deren Zusammenspiel bei der Entstehung von Lernen und Leistung über die Lebensspanne. In verschiedenen Projekten beriet Prof. Ziegler Unternehmen in den Bereichen Personalauswahl, Personalentwicklung und Evaluation. Prof. Ziegler hat mehr als 80 wissenschaftliche Veröffentlichungen und ist Mitglied in den Editorial Boards mehrerer internationaler Fachzeitschriften.

Testkurzbeschreibung:
B5PS

Interview:

Welche Zielsetzung lag in der Entwicklung des Tests?
Ziel bei der Entwicklung des B5PS war es, meine Erfahrungen aus zahlreichen Testfeedbackgesprächen nutzbringend und wissenschaftlich fundiert umzusetzen. Zu oft hatte ich die Erfahrung gemacht, dass die von mir eingesetzten Persönlichkeitstests als zu wenig berufs- und vor allem situationsspezifisch eingeschätzt wurden. Ich wollte also einen berufsbezogenen Test entwickeln, der es erlaubt, die unterschiedlichen Einflüsse der beruflichen Umwelt auf unser Verhalten abzubilden.

Was war die größte Herausforderung in der Entwicklung Ihrer Tests?
Zu Beginn der Entwicklung gab es kein verbreitetes und empirisch geprüftes Modell der Situationswahrnehmung. In einem mehrjährigen Forschungsprozess haben wir dann ein solches Modell empirisch entwickelt, die Situation 5. Damit war es nun möglich, einen Test zu entwickeln, der unterschiedliche situative Gegebenheiten nicht nur in den Fragen abbildet, sondern auch bei der Darstellung des Persönlichkeitsprofils berücksichtigen kann.

Für welche Zielgruppe wurden die Tests entwickelt?
Der B5PS ist gedacht für die Personalauswahl und –entwicklung, richtet sich also an die Zielgruppe der berufstätigen Erwachsenen.

Was sind die Besonderheiten des Tests?
Der B5PS erlaubt die Messung der großen 5 Persönlichkeitsdimensionen. Darüber hinaus können diese auf Basis von 42 Facetten noch genauer betrachtet werden. Die mögliche modulare Erfassung dieser steigert den Nutzen bei der Personalauswahl. Zudem erlaubt die Messung der Situation 5 eine Aussage darüber, wie Menschen berufliche Situationen üblicherweise wahrnehmen. Hier kommt nun aus meiner Sicht das wirklich einzigartige des B5PS. Die Kombination der fünf Persönlichkeitsdimensionen mit den fünf Dimensionen der Situationswahrnehmung erlaubt es, ein individuelles Profil zu erstellen, welches zeigt, wie sich die Persönlichkeit generell in Verhalten manifestiert, aber eben auch, wie diese Manifestation schwankt in Abhängigkeit der Situation. So haben wir schon Profile gesehen von Menschen, die scheinbar über eine ähnliche emotionale Stabilität verfügen wie die meisten anderen auch. In Stresssituationen ging diese Stabilität aber noch einmal enorm nach oben. Gerade diese situativ bedingten Schwankungen erlauben es, gerade im Bereich des Talentmanagements und der Personalentwicklung, gezielter auf die getestete Person einzugehen.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten an Tests sehen Sie in der Zukunft bzw. interessieren Sie besonders?
Aufgrund meines Forschungsschwerpunkts im Bereich der absichtlichen Verfälschung, denke ich, dass einige neue Testformate, zum Beispiel pairwise preference Modelle, neue Impulse geben können. Darüber hinaus erwarte ich mir durch eine Kombination aus virtual reality und adaptiven Testen völlig neue Möglichkeiten in der Messung menschlicher Persönlichkeit.

Weiterführende Informationen auf der Website des Autors: http://www.psychologie.hu-berlin.de/prof/dia