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CODING– Arbeitsgedächtnis: Räumliches Kodieren

D. Schellig, U. Schuri, W. Sturm © SCHUHFRIED GmbH

CODING ist ein Programm zum Trainieren der Monitoringprozesse und des räumliches Kodierens im visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnis.

Szene und Aufgabe

Der Klient beobachtet mehrere Fahrzeuge, die auf eine Brücke auffahren (Einprägephase). Während der Fahrt über die Brücke verschwinden die Fahrzeuge aus dem Blickfeld des Klienten (Behaltensphase). Wenn sie am Ende der Brücke wieder auftauchen, kann es vorkommen, dass eines der Fahrzeuge seinen Platz in der räumlichen Anordnung verändert hat. Dies gilt es zu erkennen (Abfragephase), d.h. die neue Anordnung der Fahrzeuge bei der Abfahrt von der Brücke ist mit der gespeicherten von der Auffahrt zu vergleichen und nach Veränderungen zu durchsuchen.

Theorie

Monitoring sowie räumliches Kodieren sind Basismechanismen des Arbeitsgedächtnisses. Sie dienen der (metakognitiven) Kontrolle und Koordination kognitiver Prozesse und bilden die Basis für komplexere kognitive Verarbeitungen. Monitoring im Arbeitsgedächtnis bedeutet das kontrollierte Überwachen von Speicherprozessen und gespeicherten Repräsentationen. Speichern im räumlichen Arbeitsgedächtnis erfordert das Kodieren von ankommenden Informationen nach ihren räumlichen Aspekten: gespeichert wird der Ort, an dem die Stimuli wahrgenommen werden bzw. ihre räumliche Anordnung. Das räumliche Kodieren verknüpft die einzelnen Inhalte zu Repräsentationen (binding), gibt ihnen eine Struktur. Es gibt keine „reine“ Repräsentation eines visuell wahrgenommenen Stimulus, jeder hat immer auch einen räumlichen „Code“. 

Exemplarisch: Die Informationen, die man im Autorückspiegel sieht, werden in das gespeicherte Bild vom Verkehrsumfeld eingearbeitet. Komplexere Beispiele: Bauanleitungen oder Schaltpläne umsetzen, „Mind Maps“ aufbauen, an einem Computerprogramm mit mehreren geöffneten Fenstern arbeiten.

Schwierigkeitsstruktur

CODING arbeitet mit 21 Schwierigkeitslevels. In den verschiedenen Schwierigkeitslevels sind unterschiedliche Speicher- und Abrufstrategien gefordert: von der Fehlerentdeckung über die Rekonstruktion der dargebotenen Ordnung bis zur Fehlerkorrektur – und dies unter kontinuierlich erhöhten Anforderungen an die Monitoringprozesse. 

In den unteren Schwierigkeitsstufen wird das Monitoring im Sinne von „Fehler entdecken“ trainiert. Der Klient muss dabei entscheiden, ob die räumliche Anordnung Veränderungen/Fehler aufweist oder nicht (Ja/Nein-Antworten). Später soll der Klient jenes Fahrzeug anklicken, das seine Position innerhalb der räumlichen Anordnung vertauscht hat. In den obersten Stufen wird die Schwierigkeit schließlich dadurch erhöht, dass bei der Abfrage die räumlichen Strukturen zwischen den einzelnen Fahrzeugen aufgehoben werden und aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden müssen. Auf diesen Stufen muss der Proband sein „Binding“ der gesamten räumlichen Struktur auflösen. 

Das Programm ist adaptiv: Das kontinuierliche Arbeiten an der individuellen Leistungsgrenze lässt einer automatisierten Verarbeitung wenig Raum, auch deshalb ist eine kontrollierte Überwachung (Monitoring) beständig erforderlich.

Hauptanwendungsgebiete

  • NEURO

Testart

  • Gedächtnis

Fähigkeit erfassen im WTS

Sprachen

  • Arabisch
  • Chinesisch (Kurzzeichen)
  • Chinesisch (Langzeichen)
  • Deutsch
  • Englisch
  • Französisch
  • Italienisch
  • Niederländisch
  • Polnisch
  • Portugiesisch
  • Russisch
  • Slowakisch
  • Spanisch
  • Tschechisch
  • Türkisch
  • Ungarisch