ABI Angstbewältigungsinventar

H. W. Krohne, B. Egloff © SCHUHFRIED GmbH

Zielsetzung bei diesem Verfahren ist es, ungünstige Stressbewältigungsstrategien einer Person zu identifizieren. ABI dient der Indikationsstellung und Erfolgskontrolle bei Interventionen.

Anwendung
Das Verfahren ABI erfasst ungünstiger Stressbewältigungsstrategien über die beiden Stressbewältigungsdimensionen Vigilanz und kognitive Vermeidung.

Theoretischer Hintergrund
Das Verfahren ABI basiert auf dem Modell der Bewältigungsmodi. Innerhalb dieses Modells wird Vigilanz als eine Klasse von Bewältigungsstrategien definiert, die mit dem Ziel eingesetzt werden, in bedrohlichen Situationen Unsicherheit zu reduzieren oder deren weiteren Anstieg zu begrenzen. Kognitive Vermeidung beschreibt demgegenüber Strategien, die darauf abzielen, den Organismus in derartigen Situationen gegen erregungsinduzierende Reize abzuschirmen. Das Verfahren ABI folgt in seinem Aufbau der Idee der Stimulus-Response-Inventare in der Angstforschung.

Durchführung
Es werden in der Langform acht fiktive bedrohliche Szenarien (vier physisch- und vier selbstwert- bzw. egobedrohliche) dargeboten. Jede Situation ist mit fünf vigilanten und fünf kognitiv vermeidenden Strategien verbunden.

Testformen
Es sind drei Testformen verfügbar. Die physisch-bedrohlichen Szenarien bilden die Testform ABI-P, während die ego-bedrohlichen Szenarien die Testform ABI-E bilden. Die Langform beinhaltet beide Szenarien.

Auswertung
Es wird eine getrennte Erfassung der Bewältigungsdispositionen „Vigilanz“ (VIG) und „Kognitive Vermeidung“ (KOV) vorgenommen.

Zuverlässigkeit
Die Innere Konsistenz (Cronbach Alpha) liegt zwischen r=0.71 (KOV-P) und r=0.86 (VIG-Gesamt).

Gültigkeit
Die interne Struktur der Skalen wurde mit Faktoren- und Korrelationsanalysen überprüft. Konvergente und diskriminante Beziehungen zu Stress-, Emotions-, Bewältigungs- und Persönlichkeitsvariablen indizieren die Validität des Inventars. Zudem wurde das Verfahren ABI in zahlreichen Labor- und Feldstudien (u.a. bei der Vorbereitung chirurgischer Patienten, im Bereich des Gesundheitsverhaltens, im Sportbereich) eingesetzt.

Normen
Es steht eine Normstichprobe von N=763 zur Verfügung.

Literatur

Egloff, B. & Krohne, H.W. (1998). Die Messung von Vigilanz und kognitiver Vermeidung: Untersuchungen mit dem Angstbewältigungs-Inventar (ABI). Diagnostica, 44 (4), 189-200
Krohne, H.W. & Egloff, B. (1999). Manual: Das Angstbewältigungsinventar (ABI). Frankfurt am Main: Swets Test Services GmbH.
Schmukle, S.C, Egloff, B. & Krohne, H.W. (2000). Transsituativ konsistente und variable Bewältigungsmodi: Eine Latent-Class-Analyse des Angstbewältigungs-Inventars (ABI). Diagnostica, 46 (4), 199-207.
Schuhmacher, A. (1990): Die „Miller Behavioral Style Scale“ (MBSS) – Erste Überprüfung einer deutschen Fassung. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 11 (4).

Infobox